Defibrillator

Defibrillatoren retten Leben




Effektive Hilfe gegen den plötzlichen Herztod: Laien-Defibrillatoren (AEDs) sind von jedermann risikolos zu handhaben, überall zu stationieren, wirtschaftlich in Anschaffung und Betrieb.

Initiative gegen den plötzlichen Herztod: Das Einzige, was hilft, ist die schnelle Soforthilfe

Die schlechte Nachricht zuerst: Der plötzliche Herztod zählt in den Industrieländern zu den häufigsten Todesursachen. Allein in Deutschland fallen ihm jährlich 130.000 Menschen zum Opfer.

Jetzt die gute Nachricht: In 70 bis 90 Prozent aller Fälle können Wiederbelebungsmaßnahmen erfolgreich sein – sofern sie nur schnell eingeleitet werden. Mit jeder Minute ohne Hilfe verringern sich die Chancen einer Wiederbelebung um bis zu 10 Prozent.

Am erfolgreichsten verlaufen Wiederbelebungsmaßnahmen, die mit einem Defibrillator vorgenommen werden. Defibrillatoren senden lebensrettende elektrische Impulse aus und können als handliche AED-Geräte ohne Risiko und Vorwissen auch von Laien bedient werden. AED-Geräte lassen sich z. B. in Apotheken, öffentliche Einrichtungen wie Flughäfen oder Bahnhöfen und auch in Firmen installieren. Anschaffungs- und Wartungskosten sind in Relation zum Nutzen bescheiden.

Nachfolgend wird ein Auszug aus der Bedienungsanleitung des Lifepak 1000 gezeigt  um zu zeigen wie das Gerät Funktioniert.

DEFIBRILLATION IM AED-MODUS

Der LIFEPAK 1000 Defibrillator arbeitet mit dem patentierten Shock Advisory System (Schockberatungssystem) von Physio-Control, um den Herzrhythmus des Patienten zu analysieren. Darüber hinaus verfügt der LIFEPAK 1000 Defibrillator über eine optionale Funktion, die die EKG-Kurve und den Herzfrequenz-Indikator im AED-Modus darstellt. Die Funktion des Defibrillators im AED-Modus ist unabhängig davon, ob der Defibrillator die EKG-Kurve anzeigt oder nicht. Ist die EKG-ANZEIGE auf EIN gestellt, erscheint das EKG mit allen AED-Meldungen und Aufforderungen. Ist die EKG-ANZEIGE auf AUS gestellt, werden auf dem gesamten Bildschirm Meldungen und Aufforderungen angezeigt.

Grundlegende Schritte bei der Verwendung des LIFEPAK 1000 Defibrillators

Vor Verwendung des Defibrillators alle nicht defibrillatorgeschützten Geräte vom Patienten abnehmen.

1 Vergewissern Sie sich, dass bei dem Patienten ein Herz-Lungen-Stillstand vorliegt (der Patient darf nicht ansprechbar sein und es dürfen weder eine normale Atmung noch irgendwelche Anzeichen für eine Kreislauftätigkeit erkennbar sein).

2 Drücken Sie die Taste EIN/AUS, um den Defibrillator einzuschalten (die grüne LED leuchtet auf). Er ertönen Sprachanweisungen, die Sie bei den Rettungsmaßnahmen anleiten.

3 Bereiten Sie den Patienten auf die Platzierung der Therapieelektrode vor.

• Legen Sie den Patienten wenn möglich auf eine harte Fläche, die sich nicht in der Nähe von stehenden Gewässern oder leitenden Materialien befindet.

• Entblößen Sie den Brustkorb des Patienten.

• Wenn der Patient eine starke Brustbehaarung aufweist, entfernen Sie die Haare von den vorgesehenen Elektrodenpositionen. Wenn eine Rasur erforderlich ist, achten Sie darauf, die Haut nicht zu verletzen.

• Säubern Sie die Haut und trocknen Sie sie zügig mit einem Tuch oder Gaze.

• Bringen Sie weder Alkohol noch eine Benzointinktur oder Antiperspirant auf die Haut auf.

4 Das Therapieelektrodenpaket öffnen und die Elektroden entnehmen. Die Schutzfolie der Elektroden vom Kabelanschlussende her langsam abziehen. Entfernen Sie die Schutzfolie korrekt, um ein Verrutschen zu verhindern.

5 Bringen Sie die Therapieelektroden am Brustkorb des Patienten an. Beginnen Sie wie abgebildet an einer Seite und drücken Sie die Elektroden fest auf die Haut des Patienten.

WARNUNG!

Übermäßige Energieabgabe. Verwenden Sie für Kinder unter 8 Jahren oder mit einem Gewicht von weniger als 25 kg die Defibrillationselektroden mit reduzierter Energieabgabe für Säuglinge/Kinder. Verwenden Sie keine

pädiatrischen QUIK-COMBO Elektroden, da diese Elektroden die Energieabgabe dieses Defibrillators nicht abschwächen.

6 Verbinden Sie die Elektroden mit dem Defibrillator (wenn sie nicht bereits verbunden sind).

7 Befolgen Sie die Bildschirmmeldungen und Sprachanweisungen des Defibrillators.

Sprachanweisungen und Meldungen im AED-Modus

Die nachstehenden Beschreibungen von Sprachanweisungen und Meldungen basieren auf den Standardeinstellungen für den AED-Modus. Wenn die Setup-Optionen geändert wurden, kann sich der Defibrillator anders verhalten.

ELEKTRODEN ANSCHLIESSEN

Sprachanweisung und Meldung, wenn der Patient noch nicht mit dem Defibrillator verbunden wurde.

ZURÜCKTRETEN, HERZRHYTHMUS WIRD AUSGEWERTET

Sprachanweisung und Meldung, wenn der Patient mit dem Defibrillator verbunden ist. Berühren und bewegen Sie während der Analyse weder den Patienten noch die Therapiekabel. Die EKG-Analyse dauert 6 bis 9 Sekunden.

SCHOCK WIRD VORBEREITET

Diese Meldung wird angezeigt, wenn der Defibrillator einen defibrillierbaren Rhythmus erkennt. Der Defibrillator lädt sich auf den eingestellten Joule-Wert für diesen Schock auf. Ein ansteigender Ton und ein Ladebalken auf dem Bildschirm weisen darauf hin, dass sich der Defibrillator auflädt.

PATIENTEN NICHT BERÜHREN! BLINKENDE TASTE DRÜCKEN

Sprachanweisung und Meldung, wenn der Ladevorgang abgeschlossen ist. Die (SCHOCK-)Taste blinkt. Lassen Sie alle Personen vom Patienten, vom Bett und allen mit dem Patienten verbundenen Geräten zurücktreten. Drücken Sie die (SCHOCK-)Taste, um den Defibrillator zu entladen. Das Energieniveau für die Schocks hängt von dem eingestellten Energieprotokoll und der Analyseentscheidung nach den Schocks ab. Wenn die (SCHOCK-)Taste nicht innerhalb von 15 Sekunden gedrückt wird, „entschärft“ der Defibrillator die SCHOCK-Taste, und auf dem Bildschirm erscheint die Meldung ENTLADEN....

ABGEGEBENE ENERGIE Diese Meldung wird nach jeder Schockabgabe angezeigt.

HLW STARTEN Für das HLW-Intervall werden eine entsprechende Meldung und ein Countdown-Zähler (Minuten:Sekunden-Format) angezeigt.

KEIN SCHOCK EMPFOHLEN

Sprachanweisung und Meldung, wenn der Defibrillator einen nicht defibrillierbaren Rhythmus erkennt. Der Defibrillator lädt sich nicht auf und es kann kein Schock abgegeben werden. Wenn auf einen Schock und eine HLW-Maßnahme hin die Aufforderung KEIN SCHOCK EMPFOHLEN folgt, wird das Energieniveau für den nächsten Schock nicht erhöht.

 Sonderfälle bei der Elektrodenplatzierung

Beim Platzieren der Elektroden am Patienten können die folgenden Sonderfälle auftreten: Übergewichtige Patienten oder Patientinnen mit großen Brüsten Bringen Sie die Elektroden wenn möglich auf einer ebenen Fläche des Brustkorbs an. Wenn Hautfalten oder Brustgewebe eine gute Haftung verhindern, ziehen Sie die Hautfalten auseinander, um eine ebene Fläche zu schaffen. Schlanke Patienten Folgen Sie der Kontur und den Abständen der Rippen, wenn Sie die Elektroden auf den Torso drücken. Dadurch werden Lufteinschlüsse bzw. Lücken unter den Elektroden begrenzt und es ist ein besserer Hautkontakt möglich.

Patienten mit implantiertem Herzschrittmacher

Platzieren Sie die Defibrillationselektroden wenn möglich vom Schrittmacher entfernt. Behandeln Sie diesen Patienten wie jeden anderen Patienten, der eine Notversorgung benötigt. Patienten mit implantiertem Defibrillator Bringen Sie die Elektroden anterior-lateral an. Behandeln Sie diesen Patienten wie jeden anderen Patienten, der eine Notversorgung benötigt.

Alternative Elektrodenposition anterior-posterior

Die Elektroden können wie folgt auch anterior-posterior platziert werden:

1 Platzieren Sie entweder die oder die + Therapieelektrode über dem linken Präkordialbereich. Der obere Rand der Elektrode sollte sich unterhalb der Brustwarze befinden. Vermeiden Sie wenn möglich eine Platzierung auf der Brustwarze, dem Zwerchfell oder der knöchernen Wölbung des Brustbeins.

2 Platzieren Sie die andere Elektrode hinter dem Herzen im Gebiet unter dem Schulterblatt. Achten Sie für den Komfort des Patienten darauf, dass der Kabelanschluss nicht unter dem Rückgrat liegt. Platzieren Sie die Elektrode nicht auf den knöchernen Wölbungen des Rückgrats oder des Schulterblatts.

Hier das im Vorfeld erwähnte Video wie eine richtige HLW mit Defibrillator aussehen kann.

Hier nun noch die vom Hersteller genannten Warn- und Vorsichtshinweise zur Defibrillation

WARNUNG!

Stromschlaggefahr.

Der Defibrillator gibt bis zu 360 Joule elektrischer Energie ab. Berühren Sie beim Entladen des Defibrillators nicht die Einwegelektroden. Stromschlaggefahr. Wenn eine Person den Patienten, das Bett oder irgendein leitendes Material in Kontakt mit dem Patienten während der Defibrillation berührt, kann es sein, dass die abgegebene Energie teilweise durch diese Person entladen wird. Sorgen Sie dafür, dass niemand den Patienten, das Bett oder ein anderes leitendes Material berührt, bevor Sie den Defibrillator entladen.

Verbrennungsgefahr.

Während der Defibrillation können zwischen der Haut und den Therapieelektroden eingeschlossene Luftpolster zu Hautverbrennungen beim Patienten führen. Die Therapieelektroden sind daher so anzubringen, dass die gesamte Elektrode an der Haut haftet. Ändern Sie die Position der Elektroden nicht, wenn Sie sie einmal befestigt haben. Muss die Position der Elektroden geändert werden, nehmen Sie die Elektroden ab und ersetzen Sie sie durch neue Elektroden. Verbrennungsgefahr und unwirksame Energieabgabe. Therapieelektroden, die ausgetrocknet oder beschädigt sind, können während der Defibrillation zu Funkenüberschlägen und Hautverbrennungen beim Patienten führen. Verwenden Sie keine Therapieelektroden, die der Folienverpackung seit mehr als 24 Stunden entnommen  sind.Verwenden Sie keine Elektroden, deren Verwendbarkeitsdatum überschritten ist. Kontrollieren Sie, dass die Haftfläche der Elektrode intakt und unversehrt ist. Tauschen Sie die Therapieelektroden nach 50 Schocks aus.

Mögliche Störung von implantierten elektrischen Geräten.

Die Defibrillation kann bei implantierten Geräten zu einer Fehlfunktion führen. Bringen Sie die Therapieelektroden möglichst weit von den implantierten Geräten entfernt an. Überprüfen Sie nach der Defibrillation wenn möglich die Funktion des implantierten Geräts. Mögliche Fehlinterpretation der Daten. Führen Sie keine Analyse in einem sich fortbewegenden Fahrzeug durch. Das EKG-Signal kann durch Bewegungsartefakte beeinflusst werden, so dass es zu einer nicht angemessenen Schockabgabe oder zu der Meldung „Kein Schock empfohlen“ kommen kann. Die Bewegungserkennung kann die Analyse verzögern. Halten Sie das Fahrzeug an und treten Sie während der Analyse vom Patienten zurück.

Mögliche Fehlinterpretation der Daten.

Bewegen Sie den AED während der Analyse nicht. Durch Bewegen des AEDs während der Analyse kann das EKG-Signal beeinflusst werden, so dass es zu einer nicht angemessenen Schockabgabe oder zu der Meldung „Kein Schock empfohlen“ kommen kann. Berühren Sie während der Analyse weder den Patienten noch den AED.

VORSICHT!

Mögliche Geräteschäden.

Vor Verwendung des Defibrillators alle nicht defibrillatorgeschützten Geräte vom Patienten Abnehmen.

Allgemeine Hinweise, Abläufe zum Herzinfarkt:

Der Herzinfarkt ist eine der häufigsten Herzerkrankungen. Die Ursache ist der plötzliche Verschluss einer Herzkranzarterie (Koronararterie). Der Herzmuskel wird über diese Gefäße mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Ein solcher Verschluss entsteht durch jahrelange Einwirkung der "Risikofaktoren" wie:

  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • zu hohe Cholesterinwerte usw.

In den Gefäßen bildet sich durch Ablagerungen von Fetten und Mineralien die Arteriosklerose. Führen diese Ablagerungen schließlich zum Verschluss einer Koronararterie, wird ein Teil des Herzmuskels nicht mehr durchblutet. Er stirbt ab. Manchmal entsteht der Verschluss auch durch ein Blutgerinnsel (Thrombus), das an einer Engstelle einer Koronararterie stecken bleibt und diese verstopft. Je nach Größe und Lage der betroffenen Koronararterie ist ein mehr oder weniger großer Teil des Herzmuskels betroffen. Somit sind auch die Auswirkungen eines Herzinfarktes unterschiedlich ausgeprägt. Er kann vom Betroffenen kaum bemerkt ablaufen; er kann aber auch mit sofortigem Herzstillstand verbunden sein.

Die Medizin hat heute gute Möglichkeiten, diesen Patienten zu helfen. Voraussetzung ist aber, dass der Betroffene die Klinik lebend erreicht. Hierzu kann der Ersthelfer beitragen.

Erkennen eines Herzinfarkts

Die Patienten haben starke Schmerzen hinter dem Brustbein. Die Schmerzen strahlen oft in den linken Arm, die Schulter oder den Oberbauch aus. Die Betroffenen können sehr unruhig, manchmal auch sehr ruhig sein. Sie haben Angst. Das Gesicht ist blass-grau, manchmal schweißnass. Die Betroffenen sind geschwächt und klagen über Übelkeit, gelegentlich mit Erbrechen. Der Blutdruck ist gesenkt. Da ein Herzinfarkt unterschiedlich stark ausgeprägt auftreten kann, sind auch die Anzeichen unterschiedlich intensiv ausgeprägt. Im schlimmsten Fall tritt ein Herz-Kreislauf-Stillstand ein.

Das können Sie tun bei Herzinfarkt

  • 1. Sofort den Rettungsdienst alarmieren (Notruf).
  • 2. Überprüfen des Bewusstseins, Atmung und Lebenszeichen. Bei einem Kreislaufstillstand muss sofort die Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durchgeführt werden.
  • 3. Defibrillation sofern ein AED zur Hand.
  • Ist der Betroffene bei Bewusstsein, ist er schonend zu lagern, d.h. bequem mit erhöhtem Oberkörper. Dies entlastet das geschwächte Herz.
  • Enge Kleidung bitte öffnen und den Betroffenen gegenüber seiner Umgebung abschirmen. Unruhe, Aufregung und Anstrengung sind unbedingt zu vermeiden.
  • Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes muss der Patient vom Ersthelfer ständig betreut und der Kreislauf überwacht werden.



Bei Fragen zu diesem Thema stehen wir gerne zur Verfügung kommen sie einfach zum nächsten Feuerwehrstammtisch ins Feuerwehrhaus oder schreiben sie uns eine Nachricht.